Denn ich fresse nicht nur Jungfrauen!

Sonntag, 2. Juli 2017

Rezension: Schwarzer Horizont (Dark World Saga #1) von Ivo Pala

Manchmal geht es in der Fantasy blutig und vulgär zu. Wer Dark Fantasy mag, ist bei »Schwarzer Horizont« von Ivo Pala vielleicht genau richtig, denn dort gibt es reichlich Action. Der Roman ist der Auftakt der Dark World Saga, erschienen bei Droemer Knaur.

Es ist nun schon einige Jahre her, seit der Weltendonner die Welt erschütterte und sie für immer veränderte. So nennt sich das Naturereignis, hinter welchem sich wahrscheinlich ein Meteoriteneinschlag oder Vulkanausbruch verbirgt, der so viel Asche und Staub in die Atmosphäre wirbelte, dass die Sonne verdunkelt wurde. Nun hält eine Eiszeit die in Schatten gehüllte Welt in ihrem eisigen Griff. Jeder ist sich selbst der nächste, denn es geht um’s nackte Überleben. In dieser lebensfeindlichen Welt versuchen auch der Krieger Raymo, die Sklavin Lizia und der Mönch Ash irgendwie zu überleben und sind mitunter bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Vielleicht zu hoch.


Mir fällt es schwer, zu diesem Buch etwas zu sagen. Das liegt vor allem an einem Umstand: Das Buch ist mir zu blutig und vulgär, und das sage ich nicht leichtfertig. Ich meine, bei Game of Thrones störe ich mich auch nicht daran und die Serie ist da noch weit extremer als die Buchreihe. Hier jedoch wirkt es oft einfach nur aufgesetzt und übertrieben.

Die Welt ist unerbittlich, ja, aber der Grad der Gewalt wirkt trotz der Umstände unpassend, zumal Pala an einigen Stellen sonderbarerweise die Grausamkeit dennoch unscharf zeichnet, und es keinen ersichtlichen Grund dafür gibt. Diesen schmalen Grad können andere Autoren wesentlich besser gehen.

Auch kam ich nicht wirklich an die Charaktere heran. Üblicherweise mache ich mir eigentlich nicht das allermeiste aus den Charakteren und achte lieber auf die Welt. Hier wirkten einige Dinge aber zu unglaubwürdig, als dass ich darüber hinwegsehen könnte. Erst ist sie de facto eine Sklavin und landet in irgendeiner schmuddeliggen Gasse und plötzlich kommt eine wildfremde Person daher und behauptet, sie sei die verlorene rechtmäßige Erbin des Thrones, und auf einmal meint jeder die Ähnlichkeit zu ihren (angeblichen) Verwandten zu sehen. Deus ex Machina! Dieser Umstand wurde einfach nicht glaubwürdig verkauft. Und das war kein Einzelfall.

Stilistisch hat sich der Autor ebenfalls ein paar Schnitzer geleistet. Der Gebrauch von Ausrufezeichen ist nicht immer passend, hinzu kommt umgangssprachliche Syntax. »Weil« ist eine Subjunktion und leitet eingebettete Sätze (Nebensätze) ein, keine Matrixsätze (Hauptsätze). Das geht nur in der Umgangssprache, wirkt aber in einem Roman, der eben keine Umgangssprache präsentieren möchte, einfach unpassend.

Die Welt hingegen macht schon neugierig. Einige Dinge war zwar sehr vorhersehbar (»Ich fresse einen Besen, wenn das wirklich sein Gott ist! Das ist er nie und nimmer!«), im Großen und Ganzen war es aber durchaus spannend zu lesen, wie sich die Menschen durch ihren Alltag kämpfen, wenn es kein Sonnenlicht mehr gibt und damit auch die Pflanzen nach und nach absterben und die Lebensgrundlage wegfällt.

Mir fällt es außerdem schwer, hier ein Fazit zu ziehen, da ich nicht einmal weiß, ob ich überhaupt weiterlesen will. Das Buch war nicht absolut scheußlich, hatte jedoch einige Allüren, die mir definitiv nicht zugesagt haben. Auf der anderen Seite bin ich aber doch neugierig, wie es mit der Welt weitergeht.


Autor: Ivo Pala
Titel: Dark World Saga: Schwarzer Horizont
Sprache: Deutsch
Umschlagillustration: Mark William Penny
Reihe: Band 1
Seiten: 392
Originalpreis: 14,99€
Verlag: Droemer Kanur
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-426-51914-8
Erscheinungsjahr: 2016

Kommentare:

  1. Hi!

    Tja, und nu? *lach*
    Ich hab das Buch noch auf dem Sub - mit düster, grausam und vulgär hab ich eigentlich keine Probleme. Kommt halt jetzt drauf an, wie das ganze rüberkommt. Für dich ja anscheinend etwas unpassend. Aber das ist sehr subjektiv.

    Das andere allerdings was du genannt hast, diese unglaubwürdien Logiksachen und auch wie das ganze schriftlich gestaltet ist, ist eine andere Frage. Lustige Überraschungen die absolut nicht ins Bild passen mag ich eigentlich auch nicht so gerne; andererseits denke ich mir grade: über eine x-beliebige Sklavin bräuchte er ja nicht schreiben, sie muss ja irgendein Geheimnis haben ;)

    Keine Ahnung, wie es auf mich wirken wird, ausprobieren möchte ich es auf jeden Fall. Aber so Satzzeichen und Grammatik können schon nervig sein, wenn es einem nicht stimmig ist. Jetzt bin ich allerdings noch neugieriger auf das Buch ^^

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo,

      na ja, möglich wäre es schon, wenn sie nur ne einfache Sklavin ist, es aber irgendwie schafft, sich aus der Situation herauszuboxen. Aber so kam das alles ... na ja, deus ex machina halt, weil Plot und nicht weil gutes Erzählen :/ Es kommt bei so vielem auf die Umsetzung an, aber das hat der Autor hier leider nicht geschafft.

      Ich find's aber durchaus interessant, dass auch negative(re) Rezis durchaus zum Lesen bewegen können. Vielleicht gerade deswegen xP

      Liebe Grüße

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